Grußwort April
Prüft alles und behaltet das Gute!
Liebe Leserinnen und Leser
der Monatsspruch für den April ist Teil des Evangeliums des Ostermontags und lautet vollständig: »Und sie sprachen untereinander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege und uns die Schrift öffnete?« (Lk 24,32)
Zwei Männer sind unterwegs. Sie trauern. Sie sind auf der Flucht vom Ort des Geschehens. Sie haben zwar etwas von einer Auferstehung gehört. Doch das können sie nicht glauben. Es ist alles vorbei. Jesus, der erhoffte Erlöser, war hingerichtet worden.
Waren Sie schon mal in einer Situation, in der alles vorbei war und zuletzt auch die Hoffnung gestorben ist? Standen Sie schon mal am Grab? Haben Sie schon mal das verloren, wofür Sie gekämpft haben, jenes worauf Sie gehofft haben? Haben Sie erlebt, dass Ihnen das Herz brennt, weil Sie jemanden so sehr vermissen? Alles ist in Scherben, auch der Glaube.
Ein dritter Mann geht mit den zwei Männern. Er begleitet sie. Er lässt sie erzählen. Sie sind gemeinsam unterwegs. Er nimmt die Scherben ihres Glaubens und ihrer Hoffnung. Er nimmt Worte aus der Schrift. Daraus entsteht ein Puzzle, ein Mosaik. Ein Bild wird sichtbar. Haben Sie schon mal erlebt, dass etwas plötzlich doch einen Sinn ergibt? Dass man etwas zu verstehen beginnt? Dass man wortwörtlich erleuchtet wird? Dass es Hoffnung trotz des vor Schmerz brennenden Herzens gibt, weil mein Herz in der Nähe von Gottes Herzen sein Mitleiden und seine Liebe fühlt?
Die Männer auf dem Weg nach Emmaus erkennen Jesus erst beim Brechen des Brotes, im Alltäglichen. Es dauert, bis die Erkenntnis bei ihnen ankommt und ihnen bewusst wird. Erst im Nachhinein wird ihnen klar, die Auferstehung ist Wirklichkeit. Es gibt eine Hoffnung jenseits des Todes. Das Lied Nr. 23 im »Singt von Hoffnung« spricht davon: »Herr, das Licht deiner Liebe leuchtet auf, strahlt inmitten der Finsternis für uns auf« und »Komm Heilger Geist, setz die Herzen in Brand!« Man kann für vieles vor Leidenschaft brennen, für Fußball, für ...
Man kann auch ein Herz voll Liebe geschenkt bekommen, dessen Feuer auch in Krisen schwer zu löschen ist. Die Veränderung der Herzen bringt die Emmausjünger in Bewegung und ändert ihre Ausrichtung. Mitten in der Nacht gehen sie zurück nach Jerusalem, um davon zu erzählen.
Ich wünsche Ihnen, dass das Mosaik Ihres Lebens trotz Scherbenzeiten ein Bild ergibt und Sie erleben, dass die Auferstehung Wirklichkeit ist und es mit Gott Hoffnung jenseits des Todes gibt. Und ich wünsche Ihnen, dass Ihr Herz nicht von Hass, Trauer oder schlechten Gefühlen schmerzt, sondern die Flamme der Liebe in ihm brennt.
Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! Hallelujah!
Herzliche Grüße
Prädikantin Petra Fiedler