10. Dezember

Die Geschenke

 
K
Als Balthasar zu Ende gesprochen hatten, fingen Caspars Augen an, zu leuchten und auch Melchior musste zugeben, dass er nur zu gerne erfahren würde, was diesen König denn nun so besonders machte. Also beschlossen die drei, sich gemeinsam auf den Weg zu König Herodes in die Stadt Jerusalem zu begeben. Denn wo sonst sollte man einen neugeborenen König ausfindig machen können, als im Palast des amtierenden  Herrschers höchstpersönlich. Um dort aber nicht mit leeren Händen aufzutauchen, nahmen die Sterndeuter noch ein paar sehr kostbare Geschenke mit. Da war zum einen wohlriechender Weihrauch, ein getrocknetes, helles Harz, dass man aus dem gleichnamigen Weihrauchbaum gewinnen konnte. Das wurde eigentlich nur zu Ehren Gottes im Tempel verbrannt. Ein anderes solches Harz, das sie einpackten, war unter dem Namen Myrrhe bekannt. Es war im Gegensatz zum Weihrauch vor allem für seine medizinische Wirkung bekannt, aber verbreitete einen ebenso aromatischen Duft. Und zu guter Letzt nahmen sie natürlich auch noch jede Menge Gold mit, um dem neuen und höchst wahrscheinlich sehr mächtigen König, ihre große Anerkennung ausdrücken zu können.

E
Jedes Jahr dieselbe Frage: Was soll ich bloß schenken? Etwas Wertvolles, etwas Kreatives, etwas Außergewöhnliches? Die drei Weisen damals hatten es ja mit Gold, Weihrauch und Myrrhe versucht. Man kommt ja nicht mit leeren Händen….
Aber als sie vor dem Kind standen merkten sie, dass sie das beste Geschenk die ganze Zeit schon bei sich hatten: Ihr Herz!
Gibt es nicht viele Dinge, die wir nur mit dem Herzen schenken können? Zeit für Einsame, Trost für Traurige, Geduld für Nervige, Rat für Suchende, Ruhe für Rastlose, Halt für Schwache? Eine kostenlose und doch unbezahlbare Geschenkidee.
Einfach Weihnachten!

Falk
 
J
#24xWeihnachtenNeuErleben #advent #24xWNE
 

09. Dezember

Der Weg
 
 
K
„Hm…“, begann Balthasar nach einer ausführlichen Begutachtung seinerseits zu sprechen, „Dieser Stern ist in der Tat sehr interessant!“ „Aber was hat er uns denn nun genau zu sagen?“, fragte Melchior etwas ungeduldig. „Also…“, ergriff Caspar das Wort, „Ich denke ja, dass er uns auf ein einmaliges Ereignis hinweisen will, dass so bedeutsam sein wird, dass man auch in 2000 Jahren noch davon sprechen wird!“ „Was?“, unterbrach ihn Melchior, „Woher willst du das denn wissen? Das ist ja völlig absurd!“ „Naja, so abwegig ist das gar nicht!“, versuchte Balthasar zwischen den beiden zu vermitteln, „Dieser Stern kündigt tatsächlich etwas ganz Besonderes an, und zwar die Geburt eines neuen Königs! Aber, ob man davon noch in 2000 Jahren sprechen wird, bleibt Spekulation, würde ich sagen…“ „Ha! Siehst du?“, triumphierte Caspar. „Na, nun mach mal halb lang!“, entgegnete ihm Melchior, „Was soll denn an der Geburt eines Königs überhaupt so bedeutsam sein? Es werden doch gefühlt ständig Neue geboren.“ „Ja, da hast du in der Tat Recht!“, pflichtete ihm Balthasar bei, „Und so einfach kann ich dir deine Frage hier und jetzt auch nicht beantworten, aber irgendetwas daran scheint doch sehr entscheidend für unsere Zukunft zu sein. Ich muss zugeben, dass es mir im wahrsten Sinne des Wortes unter den Nägeln brennt, das herauszufinden! Wie sieht es bei euch aus?“

E
Maria und Joseph waren auf dem Weg nach Betlehem. Joseph war das Wandern gewöhnt, hatte er doch einen guten Wanderstab. Der Weg war uneben und steinig und machte es besonders für die hochschwangere Maria schwer, die sich redlich bemühte Schritt zu halten. Unmut, manch Träne ran ihr übers Gesicht und vielleicht kam auch mal ein Gedanke des Zweifels. Alle waren mit sich beschäftigt, den Weg einzuhalten um rechtzeitig da zu sein.
Ein Engel der mit Ihnen ging bemerkte Marias Tränen und verstand diese nicht, so war sie doch auf dem Weg das Christkind, den Sohn Gottes zu gebären. Nun klagte Maria über den schlechten Weg und die spitzen dunklen Steine.
Der Engel hörte es und blickte auf die Steine und verwandelte sie in kleine rundliche farbliche Edelsteine. Und Maria hatte es fortan nicht mehr so schwer, denn diese schönen schimmernden Steine machten ihr den nun Weg leichter.
Auch wir dürfen in unserem persönlichen Leben über manch steinigen Weg klagen, über Krankheit, Schmerzen, Umstände, sogar über Gemeinde, das Land oder was auch immer. Mögen wir für unsere Klage auch den richtigen Adressaten haben, der unseren Weg leichter machen will, weil er uns liebt. Gott will unsere dunklen Steine verwandeln. Mögen wir die leuchtenden Steine (liebe Menschen, gegenseitige Hilfe, erbauliche Worte, Gebete) in unserem Leben erkennen, die es uns leichter machen den Weg zu gehen.

Antje W.
 
J
#24xWeihnachtenNeuErleben #advent #24xWNE
 

08. Dezember

Die Heiligen drei Könige
 
 
K
In einem weit entfernten Land im Osten beobachteten zur gleichen Zeit zwei Sterndeuter mit Namen Caspar und Melchior wie jeden Abend den schönen Nachthimmel. Sie gehörten zu einer kleinen Gruppe reicher, weiser Männer, die für ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten bei der Sterndeutung bekannt waren. Als Caspar nun so mit seinem Fernrohr durch den Himmel schweifte, entdeckte er plötzlich einen ganz besonderen Stern. Er war viel größer und heller als alle anderen um ihn herum und deshalb wunderte er sich auch sehr, dass er ihm letzte Nacht noch gar nicht aufgefallen war. „Melchior!“, rief er aufgeregt seinen Kollegen und Freund herbei, der sich gerade in eine Sternenkarte vertieft hatte, „Wieso haben wir denn diesen Stern dort gestern noch nicht gesehen?“ „Das ist wirklich eine gute Frage!“, stellte auch Melchior etwas verdutzt fest und fügte hinzu: „Hast du eine Idee, was das bedeuten könnte?“ „Also…“, begann Caspar laut zu überlegen, „Ich habe da zwar eine Vermutung, aber lass uns doch lieber noch Balthasar mit dazu holen! Er hat in diesen Dingen etwas mehr Erfahrung als wir.“ „Ja, das ist ein guter Vorschlag!“, stimmte Melchior ihm zu.

E
Für viele von uns gehören Lichterketten, der Adventskalender, der Tannenbaum als Standartausrüstung zu Weihnachten dazu. Und natürlich auch die Krippe mit Maria und Josef, Ochs und Esel, den Heiligen drei Königen und selbstverständlich in der Mitte das Jesuskind in einer Krippe liegend.
Was würden wir sagen, wenn jemand käme und die eine oder andere Figur aus der Krippe herausnehmen würde, weil sie so nicht in der Weihnachtsgeschichte vorkommen. Von Ochs und Esel lesen wir bei den Evangelisten gar nichts und die Heiligen drei Könige werden vom Evangelisten Matthäus als „Magier“ beschrieben. Das waren Angehörige einer vornehmen babylonischen Priester- und Gelehrtenklasse. Sternforscher (Astronomen) und Sterndeuter (Astrologen) zugleich. Zurecht werden sie von Luther als „Weise“ bezeichnet. In dem „Stern von Bethlehem“, einer Annäherung von Jupiter und Saturn, erkennen sie ein Zeichen Gottes: In Judäa sollte ein neuer König der Juden geboren werden. Gott redet zu diesen Heiden, ruft sie durch einen Stern und führt sie zu der Anbetung des wahren Messias. Ihre Weisheit und Gelehrtheit hindert sie nicht, sich auf einen langen, beschwerlichen Weg und sicher auch kostspielige Reise zu begeben.
Wer sich als redlicher Gottessucher aufmacht, wird immer auf dem richtigen Weg zu Jesus geführt. Ich bin mir sicher, dass jeder in seinem Leben einmal ein „Zeichen Gottes“ bekommen hat. Es ist an uns, es richtig zu deuten.
Mir ist es im Grunde genommen egal, ob an der Weihnachtskrippe drei Könige oder Magier stehen, solange sie nicht den Blick auf Jesus verstellen.

Sigurd
 
J
#24xWeihnachtenNeuErleben #advent #24xWNE
 

07. Dezember

Der Esel

K
Als Josef wieder auf dem Marktplatz angekommen war, war der Bote schon längst in die nächste Stadt weitergezogen. Doch die anderen Menschen liefen immer noch ganz aufgeregt durcheinander. Eine Frau zum Beispiel wollte noch Getreide für ein paar Brote kaufen und eine andere Frau etwas Stoff für ein Nachtlager für unterwegs. Und wieder ein anderer Mann versuchte, genau wie Josef an einen Esel als Tragtier heran zu kommen, was in diesem Trubel gar nicht so leicht für alle Beteiligten war. Beim dritten Händler hatte Josef schließlich Glück und konnte ihm einen jungen, kräftigen und freundlichen Esel abkaufen, wenn auch für einen stolzen Preis. Die Dämmerung war bereits hereingebrochen, als Josef mit dem Esel wieder bei Maria eintraf, sodass die beiden beschlossen, diese Nacht noch einmal in Nazaret zu verbringen und Kräfte zu sammeln. Und so machten sie sich dann am nächsten Tag gleich früh zu dritt auf den langen, beschwerlichen Weg von Nazaret nach Bethlehem.  Unterwegs trafen sie immer wieder auf andere Reisende, die entweder schon bald an ihrem Geburtsort angekommen waren oder ungefähr den gleichen Weg bewältigen mussten oder die es sogar noch viel weiter hatten, als Maria und Josef.

E
In bester GESELlschaft
Der Esel mit seinen langen hängenden Ohren, dem grau-braunen zotteligen Fell, seiner gemütlichen und neugierigen Art. So steht er dort an der Krippe – ohne viel Drumherum oder große Bedeutung, nur als Nebenrolle, scheinbar nur das Schaubild um eine weitere Figur ergänzend. Der Esel hat was er braucht, es ist warm, er ist in bester GESELlschaft und darf als Teil der GESELlschaft diese mit schaffen.
Die GESELlschaft, in der wir heute sind, formt sich nicht in gemütlicher Runde um die Krippe. Sie scheint geformt um alles und irgendwie nichts, zerstreut, verbittert, jeder um das Eigene, gespalten, gemeinsam einsam…
Jede und jeder von uns darf GESELlschaft schaffen! Vielleicht nicht in einer Hauptrolle, sondern eher so im Hintergrund, manchmal scheinbar auch nur das Schaubild um eine weitere Figur ergänzend. Aber wir können auf (g)ESEL(l)ige Art etwas im Bild verändern oder auch einfach da sein und Jesus nah sein, gemeinsam (fr)essen, genießen und, wenn jemand kommt und fragend schaut mit sanftem Kopfnicken auf das kleine Kind dort in der Krippe deuten. Dafür ist Advent!

Leonie
 
J
#24xWeihnachtenNeuErleben #advent #24xWNE
 

06. Dezember

Das Gepäck

K
Noch während der Bote sprach, hatte Josef Marias Hand ergriffen und schon hörte man jemanden flüstern: „Aber so eine Volkszählung hat es ja noch nie gegeben!“ Kurz darauf war die ganze Menschenmenge in Aufregung geraten und lief wild durcheinander. Als Josef und Maria aus dem Getümmel entkommen und endlich wieder in ihrem gemeinsamen Zuhause angekommen waren, versuchten sie zunächst einmal, das Gehörte zu verarbeiten. Schließlich stellte Josef mit ernster Miene fest: „Ich bin ein Nachkomme Davids aus der Stadt Bethlehem in Judäa und das liegt so weit entfernt von hier! Wie um alles in der Welt sollen wir diese Reise jetzt nur schaffen?“ Doch Maria sah ihn mit ihren liebevollen Augen an und sprach: „Der Engel sagte, dass Gott mit uns ist! Also ist es ganz egal, wo wir sein werden!“ „Ja, da hast du Recht!“, erwiderte ihr Josef, der nun auch wieder etwas beruhigter war und sogleich noch einen guten Einfall hatte: „Wie wäre es, wenn ich uns einen Esel besorge, der unser Gepäck oder auch dich trägt, wenn du unterwegs keine Kraft mehr hast?“ „Das ist eine wunderbare Idee, Josef!“, rief Maria erleichtert aus. Und während sich Josef gleich wieder auf den Weg zum Marktplatz machte, begann Maria noch ein paar Brote als Proviant für die lange Reise zu backen, sowie ihre Sachen einzupacken.

E
Maria und Josef mussten sich von Nazareth nach Bethlehem auf die Reise begeben. Was werden sie wohl auf die Reise mit der schwangeren Maria mitgenommen haben? Vielleicht die Windeln für das zu erwartende Baby? Was wohl noch? Die Weihnachtsgeschichten in Lukas 2 und Matthäus 2 geben dazu keine Information. Die Weisen aus dem Morgenland, die dem Stern zum Kind folgen, haben königliche Geschenke im Gepäck: Gold, Weihrauch und Myrrhe.    
Die Adventszeit lädt uns ein, zu schauen, was wir auf unserer Lebensreise so mitschleppen. Auf unserer Lebensreise schleppen wir man so manches mit. Sinnvolles und nicht so sinnvolles. Jesus hat sich zu uns von Gott dem Vater aufgemacht, um uns Belastendes abzunehmen. Die Freude der Hirten und die Ehrfurcht der Weisen, die angesichts des Kindes erfüllt, machen deutlich: Da wurde etwas Belastendes abgenommen und mit Freude im Gepäck ziehen sie von dem Kind weiter. Das will uns die Geschichte von dem Jesuskind mit auf den Lebensweg geben.
Klaus
 
J
#24xWeihnachtenNeuErleben #advent #24xWNE