15. Dezember

Die Freude

 
K
Seit einem knappen Jahr gehörte nun auch der kleine Michael zu der Gruppe. Nachdem seine Eltern durch eine schlimme Krankheit gestorben waren und ihn auch sonst niemand anderes von seinen Verwandten aufnehmen konnte, verließ er traurig und wütend zugleich seine Heimatstadt. Einige Tagesreisen entfernt, war er plötzlich auf ein einsames, verletztes Schaf gestoßen. Völlig erschöpft von den Erlebnissen der letzten Tage hatten sich beide unter einem Strauch zusammengekuschelt und waren sofort eingeschlafen. Als der Hirte Gideon, der sich auf die Suche nach dem vermissten Schaf gemacht hatte, die beiden so auf der Erde liegen sah, überkam ihn großes Mitleid und so führte er beide zurück zur Herde. Der alte Raphael, der in der Zwischenzeit allein die Stellung gehalten hatte, war sehr erleichtert, seinen Freund Gideon und das verloren gegangene Schaf wieder wohl behalten bei sich zu haben und versorgte auch gleich den kleinen Michael mit etwas Brot und Wasser. Inzwischen hatte er die Geschehnisse überwunden und fühlte sich in seinem neuen Zuhause sehr wohl, auch wenn dies nicht gerade der beste Platz für ein Kind war. Die anderen beiden brachten ihm unterdessen alles bei, was sie wussten und vor allem, was er als Hirtenjunge bei ihnen wissen musste.
 
E
Die Freude
 
Ein kleines Gefühl
Kitzeln im Bauch
Aufblühen des Herzens
 
Gar nicht gemerkt
im nervigen Weihnachtsstress
im großen Virusärger
 
So schnell verpufft
im Trubel der Eindrücke
in der Hektik des Alltags
 
Advent = Ankunft
Jesus ins Herz lassen
Spüren, wie Er in mir wächst
 
Weihnachten
Jesu Geschenk an mich feiern:
Freude, die von innen kommt
 
Sabine
 
J
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14. Dezember

Die Nacht
 
 
K
Die Nächte auf dem freien Feld waren für die Hirten dabei immer besonders hart. Sobald die Sonne unterging wurde es stockdunkel, sodass sie die lauernden Gefahren immer erst deutlich später als am Tag erkennen konnten, um sie dann auch entsprechend abwehren zu können. Es konnte sehr gefährlich sein, zu dieser Zeit alleine unterwegs zu sein, aber die wilden und vor allem hungrigen Tiere hatten es leider noch viel eher auf die oft wehrlosen Schafe abgesehen, sodass man ständig wachsam sein musste. Wenn man sie rechtzeitig entdeckte, konnte man ihnen in den meisten Fällen mit jeder Menge Lärm und großen, hektischen Bewegungen selbst Angst einjagen und sie somit vertreiben. Und wenn sie in einem unbemerkten Moment doch in die Herde eingedrungen waren, mussten die langen Hirtenstäbe zum Einsatz kommen. Dann bekamen die Angreifer ordentlich zu spüren, mit wem sie es da zu tun hatten. Der Hirte Gideon war dabei immer besonders geschickt. Tagsüber war er ein eher ruhiger Geselle, doch in der Nacht konnte er mit seinen scharfen Augen bereits von Weitem einen Wolf, Bären oder Löwen in der Dunkelheit erspähen und hatte damit schon oft genug die gesamte Gruppe vor gefährlichen Angriffen bewahrt.
 
E
Dunkel ist sie, voller seltsamer Geräusche - die Nacht kann das Fürchten lehren.
Ich denke an die Furcht der Hirten auf dem Feld vor dem Ungewissen der Nacht. Doch dann: ein Licht und das Wort der Engel: Der Heiland ist geboren.  Diese eine Nacht wird zur Heiligen Nacht. Und von ihr fällt ein Licht in alle unsere Nächte, in jedes Dunkel unseres Lebens. Ein afrikanisches Sprichwort drückt es so aus:
Eine schwarze Ameise auf schwarzem Stein in schwarzer Nacht - Gott sieht sie.
So sieht er auch mich und dich, egal wie finster es scheint - denn das Licht der Heiligen Nacht scheint für mich und dich noch heute.
 
J
#24xWeihnachtenNeuErleben #advent #24xWNE
 

13. Dezember

Die Hirten

 
K
Ganz in der Nähe von Bethlehem, auf einem freien Feld weidete zur gleichen Zeit auch eine kleine Gruppe Hirten ihre Schafherde. Sie führten ein bescheidenes und vor allem auch sehr hartes Leben, fern ab vom Rest der Gesellschaft. Sie besaßen alle nicht viel, da sie kein richtiges Zuhause hatten. Außerdem hielten sie sich bei jedem Wetter draußen auf, egal ob bei glühender Hitze, eisiger Kälte oder strömendem Regen. Und sie waren Tag für Tag mit ihren Schafen zusammen, sodass einfach niemand gerne mit diesen einfachen, etwas abgestumpften und ziemlich stark nach Schaf riechenden Leuten zu tun haben wollte. Da war zum Beispiel der alte Raphael, der nun schon fast sein ganzes Leben als Hirte tätig gewesen war. Somit konnte er jede Menge abenteuerlich-gefährlicher Geschichten berichten, aber auch von ein paar schönen Momenten erzählen. Mit seinem großen Erfahrungsschatz führte er die gesamte Gruppe an und trug vor allem auch die Verantwortung für sie.
 
E
„Das Hohe uns so nah“ (Lk 2,8 – 20)
Wie oft erleben wir, dass uns besonders unsere Schwächen und Unzulänglichkeiten, Fehler und „Entwicklungspotenziale“ vor Augen stehen. Durch diesen Fokus neigen wir oft dazu uns für unbedeutender und niedriger zu halten als wir sind. Auch gibt es allzu viele Menschen, die in ihrem ganzen Sein von anderen, als weniger wertvoll und nützlich angesehen werden.
Um Christi Geburt gehörten die Hirten zu solch einer Personengruppe, da sie den ganzen Tag draußen verbrachten und sich mit dem Vieh umgaben. Aber gerade jenen wird in strahlender Pracht die freudige Botschaft bekannt gemacht: „Fürchtet Euch nicht! […] denn Euch ist heut in der Stadt Davids der Heiland geboren.“ Oft können wir es gar nicht fassen, dass uns eine frohe Nachricht erreicht und nicht selten misstrauen wir dem Frieden.
Doch wie sich die Hirten umleuchtet von der frohen Botschaft wiederfanden, erinnert uns die Erzählung in Lukas 2 daran, dass auch wir uns jeden Tag von Gottes Wohlwollen und Liebe umfangen wissen dürfen. Und dann, wenn auch noch ungläubig und vielleicht furchtsam, unsere Herzen öffnen dürfen. Denn dem Höchsten, der in der Krippe lag, sind keine Umstände oder Berufsgruppen zu niedrig, um den Menschen nahe zu sein.
Wenn wir uns darauf einlassen, dürfen wir mit Recht einstimmen in das Lob „Ehre sei Gott in der Höhe“ und sind eingeladen weiterzuerzählen, was wir erfahren haben.
 
Frank
 
J
#24xWeihnachtenNeuErleben #advent #24xWNE
 

12. Dezember

Der Stern

 
K
Nachdem König Herodes von dem Gespräch mit seinen Beratern zurückgekehrt war, konnte er den drei Sterndeutern endlich einen wichtigen Hinweis geben. Seine Hohen Priester und Gesetzeslehrer hatten nämlich in der Heiligen Schrift nachgelesen, worin dieser neue König bereits durch den Propheten Micha angekündigt wurde und wie ein Hirte, der sein Volk Israel führt, beschrieben wurde. Allerdings wurde darin nicht Jerusalem, sondern die kleine Stadt Bethlehem in Judäa als Geburtsort benannt. Als Caspar, Melchior und Balthasar davon hörten, waren sie dem gesamten Hofstaat sehr dankbar und wollten auch direkt weiterziehen, um noch rechtzeitig bei der Geburt dabei sein zu können. Doch bevor sie wieder auf ihre Kamele steigen konnten, bat sie Herodes noch, ihm eine Nachricht zukommen zu lassen, sobald sie das Kind gefunden hatten. Dann wollte auch er es besuchen und ihm die Ehre eines Königs erweisen. Diese Bitte kam den Dreien nun allerdings sehr merkwürdig vor, da sich König Herodes bis vor wenigen Augenblicken durch ihn ja noch sehr bedroht gefühlt hatte. Sie hatten den Eindruck gewonnen, dass er sie nur benutzen wollte, um das Kind später in Ruhe umbringen zu lassen, bevor es größer werden würde und ihm schließlich den Thron streitig machen könnte. Doch das würden Caspar, Melchior und Balthasar nicht zulassen, darin waren sie sich einig. Der Stern war inzwischen so hell und groß geworden, dass man ihn auch tagsüber mit bloßem Auge gut erkennen konnte. Daher würden sie den Weg bis nach Bethlehem nun problemlos finden und auf dem Rückweg auf keinen Fall wieder über Jerusalem reisen.
 
E
Woher wussten die Weisen, dass ein jüdischer König geboren worden war? Das hängt mit dem Stern zusammen, den sie im Osten gesehen hatten. Sie wurden auf diesen Stern aufmerksam, da sie sich beruflich mit den Gestirnen auseinandersetzten und so entdeckten sie einen sehr ungewöhnlichen Stern mit außergewöhnlichem Glanz.
„Wo ist der neugeborene König der Juden? Denn wir haben seinen Stern im Osten gesehen und sind gekommen ihn anzubeten.“ (Mt 2,2)
War das ein Stern, der durch astronomische Phänomene erklärt werden kann? Wahrscheinlich nicht. Denn dieser Stern hatte besondere Eigenschaften, die auf gewöhnliche Sterne nicht zutreffen. Denn der Stern ging vor den Weisen her und blieb genau über dem Ort stehen, wo das Kind zu finden war.
„Als sie den Stern sahen waren sie außer sich vor Freude.“ 
(Mt 2,10)
Nun waren sie am Ziel: „Sie gingen in das Haus und sahen das Kind mit Maria seiner Mutter. Sie warfen sich vor ihm nieder und beteten es an.“ (Mt 2,11)
 
Anne
 
J
#24xWeihnachtenNeuErleben #advent #24xWNE
 

11. Dezember

Das Kamel

 
K
Um nun hoffentlich auch noch rechtzeitig bei dem neu geborenen König ankommen zu können, beluden die drei Sterndeuter ihre besten Kamele. Neben den wertvollen Geschenken für ihn, packten sie sich außerdem noch reichlich Proviant und Geld für unterwegs ein, da sie lange auf Reisen sein würden. Dann legten sie ihre prächtigsten Gewänder an, um sich von ihrer besten Seite zeigen zu können. Den kräftigen Kamelen machte das viele Gepäck dabei nichts aus. Durch ihre genügsame Art brauchten sie unterwegs nur wenige Pausen, aber vor allem auch durch ihre langen Beine würden sie alle zügig vorankommen können. Außerdem waren ihre Rücken durchaus bequem und ermöglichten so eine relativ komfortable Reise, was sie beinahe zu den besten Reisebegleitern machte. Und so kamen Caspar, Melchior und Balthasar tatsächlich bereits wenige Wochen später im Palast des König Herodes an und konnten ihm ihr Anliegen auch direkt vortragen. Doch Herodes wusste von keinem neu geborenen König und war davon wider Erwarten auch alles andere als begeistert. Stattdessen bekam er große Angst, seinen Thron zu verlieren und sogar getötet zu werden, sodass er sich zunächst mit seinen Beratern zurückzog.
 
E
Ich trage schon sehr lange die Probleme der anderen Menschen. Manchmal fällt es mir leicht, da ich groß und stark bin. Aber manchmal breche ich fast unter der Last zusammen und frage mich warum soll ich das tragen? Aber einmal hatte ich nur eine kleine Last zu tragen, das waren die Geschenke für das Christusbaby nach Bethlehem. Aber als ich das Kind in der Krippe sah dachte ich: ....du bist wie ich, aber du trägst die Last der gesamten Welt auf deinen Schultern.........
 
Reinhard
 
J
#24xWeihnachtenNeuErleben #advent #24xWNE