18. Dezember

Das Feuer

 
K
Als die Dämmerung hereinbrach, entfachte Gideon ein flackerndes Lagerfeuer und alle rutschten wieder enger zusammen, um sich in der kalten Nacht gegenseitig etwas wärmen zu können. Raphael hatte die erste Wache übernommen und stand etwas abseits, um eventuelle Angreifer im Dunkeln besser sehen zu können. Michael rutschte noch etwas näher ans Feuer heran und war sehr dankbar, als auch die Schafe näherkamen, denn ihre warme Wolle war ein wahres Geschenk zu dieser Tageszeit. „Ob es wohl wieder so kalt wird diese Nacht?“, fragte Michael etwas besorgt in die Runde. „Tja, die Tage sind wieder kürzer geworden…“, erwiderte ihm Gideon, „…und wenn die Sonne dann nicht mehr so lange scheint, ist es nachts auch wieder spürbar kälter. Das ist nun einmal der Lauf der Zeit, daran können die Menschen nichts ändern, und schon gar nicht wir kleinen Hirten!“ „Ja, das kannst du laut sagen!“, pflichtete ihm Raphael aus der Dunkelheit bei.
 
E
Als die Nächte noch dunkler waren, war den Menschen die Leben spendende Kraft des Lichts sehr viel bewusster. Die dunklen Winter waren Zeiten der Sehnsucht. Man hoffte darauf, dass die Tage tatsächlich wieder länger wurden. Man sehnte sich nach der Sonne, die endlich wieder Pflanzen sprießen lassen und für frische Nahrung sorgen würde. Licht war ein kostbares Geschenk Gottes. Viele Sprachbilder zeugen von der Symbolkraft des Lichts. … Wärme, Erkenntnis, Liebe, Lebendigkeit Lasst uns bewusst Zeit nehmen, das grelle Kunstlicht für eine Weile zu verbannen und Kerzenlicht oder Lagerfeuer auf sich wirken zu lassen. Das Feuer, das Licht - die Sehnsucht nach Hoffnung in dunklen Zeiten. Hoffnung, wärmend und hell in der Dunkelheit auf neues Leben.
 
Fam. Richter
 
Quelle: Auszüge aus „Licht für die Welt“ von Sonja Poppe
 
J
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