16. Dezember

Die Schafe

 
K
Ihre Herde bestand insgesamt aus 48 Schafen und war damit im Vergleich zu den Herden der anderen umliegenden Hirtengruppen relativ klein. Doch dafür kannten Raphael, Gideon und Michael jedes einzelne ihrer Schafe ganz genau. Da war zum Beispiel der große Schafbock, der den Ton in der Gruppe anzugeben schien und bei Rangeleien unter ihnen immer mit seinen kräftigen Hörnern dazwischen ging, um wieder für Ruhe zu sorgen. Ein anderes Schaf hingegen hatte dunkleres Fell als alle anderen seiner Herdenmitglieder und stand auch immer etwas abseits von ihnen, da es nicht so beliebt zu sein schien. Nichtsdestotrotz war es ein sehr neugieriges Schaf und folgte treu den Anweisungen der Hirten. Und dann war da noch das etwas kleinere Mutterschaf, welches ein besonders schönes Fell und überaus freundliches Gesicht hatte. Bald würde es auch bei ihr wieder soweit für die Geburt eines neuen Lämmchens sein und diese Momente gehörten immer zu den schönsten, aber zugleich auch aufregendsten Erlebnissen der Hirten.
 
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Mit den Hirten waren die Schafe es, die als erstes von der Geburt Jesu erfahren haben…
Mich erfreut das ganz besonders, weil Schafe meine Lieblingstiere sind, die mich schon auf den verschiedensten Lebenswegen begleitet haben.
Darum möchte ich gern ein paar Gedanken dazu auf Papier bringen.
Fakt ist: die Zahl der Schafe in Deutschland geht zurück: 2010 wurden knapp 22.300 landwirtschaftliche Betriebe mit etwa 2,1 Millionen Schafen gezählt, so das statistische Bundesamt. 2019 waren es nur noch rund 1,55 Millionen. Auch die Wanderschäferei hat viel von ihrer Bedeutung verloren.
Allein in Deutschland sind über 50 Hausschafrassen heimisch. Weit über 600 unterschiedliche Rassen sind überall auf der Welt zu finden. Das Schaf gehört zu den ältesten Nutztierrassen der Welt. Es ist widerstandsfähig, genügsam und leicht zähmbar und damit ein optimaler Lieferant für Fleisch, Milch und natürlichen Dünger. Außerdem gelang es dem Menschen, aus ihm einen Wolllieferanten zu züchten: Seit über 4000 Jahren kommt kaum ein Schaf in Europa ungeschoren davon.
Die Stiftung „Bündnis Mensch und Tier“ lobt das Sozialsystem der Schafherde als „ein bisher noch zu wenig beachtetes Vorbild für die menschliche Gesellschaft“. Schließlich lebten in einer Herde viele sehr unterschiedliche Persönlichkeiten, die auch ihren eigenen Interessen nachgingen, sich jedoch jederzeit aktiv dem Schutz der Herde unterordneten. „Schafe haben ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl“, loben auch die Schafzuchtverbände. Schafe sind auch die Stars unter den biblischen Tieren. Sie werden mit Abstand am häufigsten erwähnt: Das Schaf oder das Lamm findet sich an 196 Stellen in der Bibel. Am bekanntesten ist wohl der 23. Psalm. Dazu habe ich immer eine Vertonung von Bernhard Klein im Kopf. In der Kantorei ist das ein sehr beliebter 4-stimmiger Satz, den ihr euch gerne mal unter YouTube anhören könnt: „Der Herr ist mein Hirt, Vocalitas Nova.“
Was braucht die Welt denn dringlicher, als einen guten Hirten der seine Schafe weidet?
 
Eine frohe und behütete Advents- und Weihnachtszeit wünscht euch Antje Z.
 
 
J
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