14. Dezember

Die Nacht
 
 
K
Die Nächte auf dem freien Feld waren für die Hirten dabei immer besonders hart. Sobald die Sonne unterging wurde es stockdunkel, sodass sie die lauernden Gefahren immer erst deutlich später als am Tag erkennen konnten, um sie dann auch entsprechend abwehren zu können. Es konnte sehr gefährlich sein, zu dieser Zeit alleine unterwegs zu sein, aber die wilden und vor allem hungrigen Tiere hatten es leider noch viel eher auf die oft wehrlosen Schafe abgesehen, sodass man ständig wachsam sein musste. Wenn man sie rechtzeitig entdeckte, konnte man ihnen in den meisten Fällen mit jeder Menge Lärm und großen, hektischen Bewegungen selbst Angst einjagen und sie somit vertreiben. Und wenn sie in einem unbemerkten Moment doch in die Herde eingedrungen waren, mussten die langen Hirtenstäbe zum Einsatz kommen. Dann bekamen die Angreifer ordentlich zu spüren, mit wem sie es da zu tun hatten. Der Hirte Gideon war dabei immer besonders geschickt. Tagsüber war er ein eher ruhiger Geselle, doch in der Nacht konnte er mit seinen scharfen Augen bereits von Weitem einen Wolf, Bären oder Löwen in der Dunkelheit erspähen und hatte damit schon oft genug die gesamte Gruppe vor gefährlichen Angriffen bewahrt.
 
E
Dunkel ist sie, voller seltsamer Geräusche - die Nacht kann das Fürchten lehren.
Ich denke an die Furcht der Hirten auf dem Feld vor dem Ungewissen der Nacht. Doch dann: ein Licht und das Wort der Engel: Der Heiland ist geboren.  Diese eine Nacht wird zur Heiligen Nacht. Und von ihr fällt ein Licht in alle unsere Nächte, in jedes Dunkel unseres Lebens. Ein afrikanisches Sprichwort drückt es so aus:
Eine schwarze Ameise auf schwarzem Stein in schwarzer Nacht - Gott sieht sie.
So sieht er auch mich und dich, egal wie finster es scheint - denn das Licht der Heiligen Nacht scheint für mich und dich noch heute.
 
J
#24xWeihnachtenNeuErleben #advent #24xWNE