13. Dezember

Die Hirten

 
K
Ganz in der Nähe von Bethlehem, auf einem freien Feld weidete zur gleichen Zeit auch eine kleine Gruppe Hirten ihre Schafherde. Sie führten ein bescheidenes und vor allem auch sehr hartes Leben, fern ab vom Rest der Gesellschaft. Sie besaßen alle nicht viel, da sie kein richtiges Zuhause hatten. Außerdem hielten sie sich bei jedem Wetter draußen auf, egal ob bei glühender Hitze, eisiger Kälte oder strömendem Regen. Und sie waren Tag für Tag mit ihren Schafen zusammen, sodass einfach niemand gerne mit diesen einfachen, etwas abgestumpften und ziemlich stark nach Schaf riechenden Leuten zu tun haben wollte. Da war zum Beispiel der alte Raphael, der nun schon fast sein ganzes Leben als Hirte tätig gewesen war. Somit konnte er jede Menge abenteuerlich-gefährlicher Geschichten berichten, aber auch von ein paar schönen Momenten erzählen. Mit seinem großen Erfahrungsschatz führte er die gesamte Gruppe an und trug vor allem auch die Verantwortung für sie.
 
E
„Das Hohe uns so nah“ (Lk 2,8 – 20)
Wie oft erleben wir, dass uns besonders unsere Schwächen und Unzulänglichkeiten, Fehler und „Entwicklungspotenziale“ vor Augen stehen. Durch diesen Fokus neigen wir oft dazu uns für unbedeutender und niedriger zu halten als wir sind. Auch gibt es allzu viele Menschen, die in ihrem ganzen Sein von anderen, als weniger wertvoll und nützlich angesehen werden.
Um Christi Geburt gehörten die Hirten zu solch einer Personengruppe, da sie den ganzen Tag draußen verbrachten und sich mit dem Vieh umgaben. Aber gerade jenen wird in strahlender Pracht die freudige Botschaft bekannt gemacht: „Fürchtet Euch nicht! […] denn Euch ist heut in der Stadt Davids der Heiland geboren.“ Oft können wir es gar nicht fassen, dass uns eine frohe Nachricht erreicht und nicht selten misstrauen wir dem Frieden.
Doch wie sich die Hirten umleuchtet von der frohen Botschaft wiederfanden, erinnert uns die Erzählung in Lukas 2 daran, dass auch wir uns jeden Tag von Gottes Wohlwollen und Liebe umfangen wissen dürfen. Und dann, wenn auch noch ungläubig und vielleicht furchtsam, unsere Herzen öffnen dürfen. Denn dem Höchsten, der in der Krippe lag, sind keine Umstände oder Berufsgruppen zu niedrig, um den Menschen nahe zu sein.
Wenn wir uns darauf einlassen, dürfen wir mit Recht einstimmen in das Lob „Ehre sei Gott in der Höhe“ und sind eingeladen weiterzuerzählen, was wir erfahren haben.
 
Frank
 
J
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