09. Dezember

Der Weg
 
 
K
„Hm…“, begann Balthasar nach einer ausführlichen Begutachtung seinerseits zu sprechen, „Dieser Stern ist in der Tat sehr interessant!“ „Aber was hat er uns denn nun genau zu sagen?“, fragte Melchior etwas ungeduldig. „Also…“, ergriff Caspar das Wort, „Ich denke ja, dass er uns auf ein einmaliges Ereignis hinweisen will, dass so bedeutsam sein wird, dass man auch in 2000 Jahren noch davon sprechen wird!“ „Was?“, unterbrach ihn Melchior, „Woher willst du das denn wissen? Das ist ja völlig absurd!“ „Naja, so abwegig ist das gar nicht!“, versuchte Balthasar zwischen den beiden zu vermitteln, „Dieser Stern kündigt tatsächlich etwas ganz Besonderes an, und zwar die Geburt eines neuen Königs! Aber, ob man davon noch in 2000 Jahren sprechen wird, bleibt Spekulation, würde ich sagen…“ „Ha! Siehst du?“, triumphierte Caspar. „Na, nun mach mal halb lang!“, entgegnete ihm Melchior, „Was soll denn an der Geburt eines Königs überhaupt so bedeutsam sein? Es werden doch gefühlt ständig Neue geboren.“ „Ja, da hast du in der Tat Recht!“, pflichtete ihm Balthasar bei, „Und so einfach kann ich dir deine Frage hier und jetzt auch nicht beantworten, aber irgendetwas daran scheint doch sehr entscheidend für unsere Zukunft zu sein. Ich muss zugeben, dass es mir im wahrsten Sinne des Wortes unter den Nägeln brennt, das herauszufinden! Wie sieht es bei euch aus?“

E
Maria und Joseph waren auf dem Weg nach Betlehem. Joseph war das Wandern gewöhnt, hatte er doch einen guten Wanderstab. Der Weg war uneben und steinig und machte es besonders für die hochschwangere Maria schwer, die sich redlich bemühte Schritt zu halten. Unmut, manch Träne ran ihr übers Gesicht und vielleicht kam auch mal ein Gedanke des Zweifels. Alle waren mit sich beschäftigt, den Weg einzuhalten um rechtzeitig da zu sein.
Ein Engel der mit Ihnen ging bemerkte Marias Tränen und verstand diese nicht, so war sie doch auf dem Weg das Christkind, den Sohn Gottes zu gebären. Nun klagte Maria über den schlechten Weg und die spitzen dunklen Steine.
Der Engel hörte es und blickte auf die Steine und verwandelte sie in kleine rundliche farbliche Edelsteine. Und Maria hatte es fortan nicht mehr so schwer, denn diese schönen schimmernden Steine machten ihr den nun Weg leichter.
Auch wir dürfen in unserem persönlichen Leben über manch steinigen Weg klagen, über Krankheit, Schmerzen, Umstände, sogar über Gemeinde, das Land oder was auch immer. Mögen wir für unsere Klage auch den richtigen Adressaten haben, der unseren Weg leichter machen will, weil er uns liebt. Gott will unsere dunklen Steine verwandeln. Mögen wir die leuchtenden Steine (liebe Menschen, gegenseitige Hilfe, erbauliche Worte, Gebete) in unserem Leben erkennen, die es uns leichter machen den Weg zu gehen.

Antje W.
 
J
#24xWeihnachtenNeuErleben #advent #24xWNE