08. Dezember

Die Heiligen drei Könige
 
 
K
In einem weit entfernten Land im Osten beobachteten zur gleichen Zeit zwei Sterndeuter mit Namen Caspar und Melchior wie jeden Abend den schönen Nachthimmel. Sie gehörten zu einer kleinen Gruppe reicher, weiser Männer, die für ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten bei der Sterndeutung bekannt waren. Als Caspar nun so mit seinem Fernrohr durch den Himmel schweifte, entdeckte er plötzlich einen ganz besonderen Stern. Er war viel größer und heller als alle anderen um ihn herum und deshalb wunderte er sich auch sehr, dass er ihm letzte Nacht noch gar nicht aufgefallen war. „Melchior!“, rief er aufgeregt seinen Kollegen und Freund herbei, der sich gerade in eine Sternenkarte vertieft hatte, „Wieso haben wir denn diesen Stern dort gestern noch nicht gesehen?“ „Das ist wirklich eine gute Frage!“, stellte auch Melchior etwas verdutzt fest und fügte hinzu: „Hast du eine Idee, was das bedeuten könnte?“ „Also…“, begann Caspar laut zu überlegen, „Ich habe da zwar eine Vermutung, aber lass uns doch lieber noch Balthasar mit dazu holen! Er hat in diesen Dingen etwas mehr Erfahrung als wir.“ „Ja, das ist ein guter Vorschlag!“, stimmte Melchior ihm zu.

E
Für viele von uns gehören Lichterketten, der Adventskalender, der Tannenbaum als Standartausrüstung zu Weihnachten dazu. Und natürlich auch die Krippe mit Maria und Josef, Ochs und Esel, den Heiligen drei Königen und selbstverständlich in der Mitte das Jesuskind in einer Krippe liegend.
Was würden wir sagen, wenn jemand käme und die eine oder andere Figur aus der Krippe herausnehmen würde, weil sie so nicht in der Weihnachtsgeschichte vorkommen. Von Ochs und Esel lesen wir bei den Evangelisten gar nichts und die Heiligen drei Könige werden vom Evangelisten Matthäus als „Magier“ beschrieben. Das waren Angehörige einer vornehmen babylonischen Priester- und Gelehrtenklasse. Sternforscher (Astronomen) und Sterndeuter (Astrologen) zugleich. Zurecht werden sie von Luther als „Weise“ bezeichnet. In dem „Stern von Bethlehem“, einer Annäherung von Jupiter und Saturn, erkennen sie ein Zeichen Gottes: In Judäa sollte ein neuer König der Juden geboren werden. Gott redet zu diesen Heiden, ruft sie durch einen Stern und führt sie zu der Anbetung des wahren Messias. Ihre Weisheit und Gelehrtheit hindert sie nicht, sich auf einen langen, beschwerlichen Weg und sicher auch kostspielige Reise zu begeben.
Wer sich als redlicher Gottessucher aufmacht, wird immer auf dem richtigen Weg zu Jesus geführt. Ich bin mir sicher, dass jeder in seinem Leben einmal ein „Zeichen Gottes“ bekommen hat. Es ist an uns, es richtig zu deuten.
Mir ist es im Grunde genommen egal, ob an der Weihnachtskrippe drei Könige oder Magier stehen, solange sie nicht den Blick auf Jesus verstellen.

Sigurd
 
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