07. Dezember

Der Esel

K
Als Josef wieder auf dem Marktplatz angekommen war, war der Bote schon längst in die nächste Stadt weitergezogen. Doch die anderen Menschen liefen immer noch ganz aufgeregt durcheinander. Eine Frau zum Beispiel wollte noch Getreide für ein paar Brote kaufen und eine andere Frau etwas Stoff für ein Nachtlager für unterwegs. Und wieder ein anderer Mann versuchte, genau wie Josef an einen Esel als Tragtier heran zu kommen, was in diesem Trubel gar nicht so leicht für alle Beteiligten war. Beim dritten Händler hatte Josef schließlich Glück und konnte ihm einen jungen, kräftigen und freundlichen Esel abkaufen, wenn auch für einen stolzen Preis. Die Dämmerung war bereits hereingebrochen, als Josef mit dem Esel wieder bei Maria eintraf, sodass die beiden beschlossen, diese Nacht noch einmal in Nazaret zu verbringen und Kräfte zu sammeln. Und so machten sie sich dann am nächsten Tag gleich früh zu dritt auf den langen, beschwerlichen Weg von Nazaret nach Bethlehem.  Unterwegs trafen sie immer wieder auf andere Reisende, die entweder schon bald an ihrem Geburtsort angekommen waren oder ungefähr den gleichen Weg bewältigen mussten oder die es sogar noch viel weiter hatten, als Maria und Josef.

E
In bester GESELlschaft
Der Esel mit seinen langen hängenden Ohren, dem grau-braunen zotteligen Fell, seiner gemütlichen und neugierigen Art. So steht er dort an der Krippe – ohne viel Drumherum oder große Bedeutung, nur als Nebenrolle, scheinbar nur das Schaubild um eine weitere Figur ergänzend. Der Esel hat was er braucht, es ist warm, er ist in bester GESELlschaft und darf als Teil der GESELlschaft diese mit schaffen.
Die GESELlschaft, in der wir heute sind, formt sich nicht in gemütlicher Runde um die Krippe. Sie scheint geformt um alles und irgendwie nichts, zerstreut, verbittert, jeder um das Eigene, gespalten, gemeinsam einsam…
Jede und jeder von uns darf GESELlschaft schaffen! Vielleicht nicht in einer Hauptrolle, sondern eher so im Hintergrund, manchmal scheinbar auch nur das Schaubild um eine weitere Figur ergänzend. Aber wir können auf (g)ESEL(l)ige Art etwas im Bild verändern oder auch einfach da sein und Jesus nah sein, gemeinsam (fr)essen, genießen und, wenn jemand kommt und fragend schaut mit sanftem Kopfnicken auf das kleine Kind dort in der Krippe deuten. Dafür ist Advent!

Leonie
 
J
#24xWeihnachtenNeuErleben #advent #24xWNE