06. Dezember

Das Gepäck

K
Noch während der Bote sprach, hatte Josef Marias Hand ergriffen und schon hörte man jemanden flüstern: „Aber so eine Volkszählung hat es ja noch nie gegeben!“ Kurz darauf war die ganze Menschenmenge in Aufregung geraten und lief wild durcheinander. Als Josef und Maria aus dem Getümmel entkommen und endlich wieder in ihrem gemeinsamen Zuhause angekommen waren, versuchten sie zunächst einmal, das Gehörte zu verarbeiten. Schließlich stellte Josef mit ernster Miene fest: „Ich bin ein Nachkomme Davids aus der Stadt Bethlehem in Judäa und das liegt so weit entfernt von hier! Wie um alles in der Welt sollen wir diese Reise jetzt nur schaffen?“ Doch Maria sah ihn mit ihren liebevollen Augen an und sprach: „Der Engel sagte, dass Gott mit uns ist! Also ist es ganz egal, wo wir sein werden!“ „Ja, da hast du Recht!“, erwiderte ihr Josef, der nun auch wieder etwas beruhigter war und sogleich noch einen guten Einfall hatte: „Wie wäre es, wenn ich uns einen Esel besorge, der unser Gepäck oder auch dich trägt, wenn du unterwegs keine Kraft mehr hast?“ „Das ist eine wunderbare Idee, Josef!“, rief Maria erleichtert aus. Und während sich Josef gleich wieder auf den Weg zum Marktplatz machte, begann Maria noch ein paar Brote als Proviant für die lange Reise zu backen, sowie ihre Sachen einzupacken.

E
Maria und Josef mussten sich von Nazareth nach Bethlehem auf die Reise begeben. Was werden sie wohl auf die Reise mit der schwangeren Maria mitgenommen haben? Vielleicht die Windeln für das zu erwartende Baby? Was wohl noch? Die Weihnachtsgeschichten in Lukas 2 und Matthäus 2 geben dazu keine Information. Die Weisen aus dem Morgenland, die dem Stern zum Kind folgen, haben königliche Geschenke im Gepäck: Gold, Weihrauch und Myrrhe.    
Die Adventszeit lädt uns ein, zu schauen, was wir auf unserer Lebensreise so mitschleppen. Auf unserer Lebensreise schleppen wir man so manches mit. Sinnvolles und nicht so sinnvolles. Jesus hat sich zu uns von Gott dem Vater aufgemacht, um uns Belastendes abzunehmen. Die Freude der Hirten und die Ehrfurcht der Weisen, die angesichts des Kindes erfüllt, machen deutlich: Da wurde etwas Belastendes abgenommen und mit Freude im Gepäck ziehen sie von dem Kind weiter. Das will uns die Geschichte von dem Jesuskind mit auf den Lebensweg geben.
Klaus
 
J
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