05. Dezember

Der Bote des Kaisers

 
 
K
Einige Monate später tauchte auf einmal ein edel gekleideter Bote des regierenden Kaiser Augustus in Nazaret auf. Er stellte sich mitten auf den Marktplatz und wartete, bis endlich alle Bewohner der Stadt ihre Arbeit für einen Moment niedergelegt und sich um ihn herum versammelt hatten. Dann blickte er sich mit einer grimmigen Miene im Gesicht um, sodass alle ganz still wurden. Nun war jeder gespannt darauf zu hören, was dieser Römer zu verkünden hatte, doch es wusste auch jeder, dass seine Anwesenheit nichts Gutes zu bedeuten hatte. Und dann begann er, zu sprechen: „Kaiser Augustus befiehlt hiermit allen Einwohnern des Römischen Reiches sich zählen und gleichzeitig in Steuerlisten eintragen zu lassen. Dafür muss nun jeder, ohne Ausnahme mit seiner Familie in die Stadt gehen, in der er geboren wurde, um sich dort registrieren zu lassen!“

E
Hallo, ich bin Marcus ein Bote unseres göttlichen Kaisers Augustus. Gepriesen sei unser göttlicher Kaiser! Mein Vater kannte ihn, als er noch Gajus Octavius hieß. Damals in den Wirren des Bürgerkriegs war er freundlich und vermied unnötiges Blutvergießen an unseren römischen Landsleuten. Jetzt haben wir schon lange Frieden. Doch auch der kostet wohl viel Geld. Deshalb muss ich nun bis fast ans Ende der Welt in die Provinz Judäa reisen und allen die neue Steuererhöhung verkünden. Damit auch jeder zahlt, sollen alle Einwohner aller Provinzen gezählt und in Listen erfasst werden. Und jeder muss dafür in seine Geburtsstadt reisen. Manchmal frage ich mich, ob das alles nötig ist. Ich wäre lieber zu Hause bei meiner Familie. Von Politik verstehe ich nicht viel, doch ein Bote mit solchen Nachrichten ist nirgends willkommen. Gepriesen sei unser göttlicher Kaiser! Mögen Jupiter, Mars und alle Götter ihn segnen und mich gesund nach Hause führen.

Petra
 
J
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